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Über das Projekt

Hintergrund

Seit dem Jahr 2013 sind die Länder und Kommunen gesetzlich dazu verpflichtet Betreuungsplätze für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bereitzustellen. Im Rahmen der Umsetzung dieses Anspruchs wird die Kindertagespflege inzwischen als eine wichtige Säule frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung angesehen.

Zugleich mangelt es in Deutschland bisher an wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen zu Bildungs- und Qualitätsaspekten sowie zur Erziehungspraxis in der Kindertagespflege. Gleiches gilt für Informationen darüber, welche Rolle Gesundheitsfragen bzw. Gesundheitserziehung und -förderung in der Kindertagespflege spielen und inwieweit Sicherheitsstandards eingehalten werden. 

Die Themenfelder Bildung und Gesundheit müssen zusammen gedacht werden, da sie sich wechselseitig bedingen: Gesundheit ist zugleich eine Voraussetzung und ein Ergebnis gelingender Bildungsprozesse. Bildung beeinflusst wiederum die Gesundheit und entsteht u.a. aus einem gesundheitsfördernden Lebensstil [1].

Für das Feld der Kindertageseinrichtungen ist ein zum Teil stark ausgeprägtes Belastungserleben der pädagogischen Fachkräfte bis hin zu deutlichen Burnout-Gefährdungen belegt [2]. Die Befunde verweisen auf Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen, psychischen und körperlichen Belastungen, eingeschränkter Gesundheit bzw. erhöhten Krankheitsdiagnosen und verminderter Arbeitsfähigkeit [3].  Auch im Feld der Kindertagespflege sind Belastungsfaktoren anzunehmen, wobei diese, aufgrund von Strukturunterschieden, anders gelagert sein dürften als in Kindertageseinrichtungen.

 


[1] Voss, A./ Viernickel, S. (2016): Gute gesunde Kita. Bildung und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen. Weimar: Verlag das Netz, Unfallkasse Nordrhein-Westfalen

[2] Jungbauer, J./ Ehlen, S. (2013): Berufsbezogene Stressbelastungen und Burnout-Risiko bei Erzieherinnen und Erziehern. Ergebnisse einer Fragebogenstudie. Abschlussbericht. Aachen: Kath. Hochschule NRW

[3] Viernickel, S./ Voss, A. et al. (2014): Prävention in NRW. Gesundheit am Arbeitsplatz Kita. Ressourcen stärken, Belastungen mindern (1. Aufl.). Düsseldorf: Unfallkasse Nordrhein-Westfalen

Projektziele und Fragestellungen

Es werden grundlegende Erkenntnisse zu Bildungs- und Gesundheitsmerkmalen in der Kindertagespflege und zum Wohlbefinden der Akteure – sowohl mit dem Blick auf die Kinder, als auch auf die Tagespflegepersonen – gewonnen.

Erforscht werden zum einen Strukturen wie Rahmenbedingungen, Qualifikationsangebote sowie Unterstützungsleistungen und deren Wahrnehmung und Bewertung durch Tagesmütter und Tagesväter.

Zum anderen wird nach gesundheitsrelevanten Wissensbeständen, Einstellungen und Verhaltensweisen von Kindertagespflegepersonen gefragt. Diesbezüglich werden u.a. Gesundheitsförderung und Prävention in der Kindertagespflege sowie Bildungsaspekte fokussiert. In diesem Zusammenhang sind Themen wie Ernährung, Bewegung, Hygiene und Unfallrisiken von Bedeutung.

Forschungsdesign

Mittels einer bundesweiten Onlinebefragung werden Kindertagespflegepersonen und Eltern befragt.

Zudem werden in den in den sechs Bundesländern Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz Gruppendiskussionen mit Kindertagespflegepersonen durchgeführt sowie Interviews mit Experten und Expertinnen aus der Weiterbildung und Fachberatung von Kindertagespflegepersonen.

Ergänzend werden Qualifizierungskonzepte für Kindertagespflegepersonen bezüglich ihrer gesundheitsrelevanten Inhalte sowie Kompetenzziele einer systematischen Analyse unterzogen und die Daten der NUBBEK-Studie (2013, www.nubbek.de) hinsichtlich des Bereichs Kindertagespflege re-analysiert.

Erwartete Ergebnisse

Mit Abschluss der Studie können Aussagen zu Bildungs- und Gesundheitsaspekten in der Kindertagespflege in Deutschland getroffen werden. 

Weiterhin werden arbeitsplatzspezifische Belastungen und Ressourcen von Tagesmüttern und Tagesvätern sichtbar gemacht.

Mit dem Blick sowohl auf die Kinder als auch auf die Kindertagespflegepersonen können eventuelle gesundheitliche Risiken durch konkrete Maßnahmen minimiert werden.

Zudem ist es möglich Empfehlungen für die Verbesserung von Qualifikations- und Unterstützungsangeboten für Tagesmütter und Tagesväter sowie für die Weiterentwicklung der Kindertagespflege zu geben.